Was versteht man unter dem Begriff „Going Concern“ in der Rechnungslegung?
- Einführung in den Begriff Going Concern
- Bedeutung des Going Concern Prinzips in der Bilanzierung
- Auswirkungen auf die Abschlussprüfung und Berichterstattung
- Zusammenfassung
Einführung in den Begriff Going Concern
Der Begriff Going Concern stammt aus der Rechnungslegung und bedeutet auf Deutsch so viel wie Fortführungsprinzip. Dieses Prinzip geht davon aus, dass ein Unternehmen seine Geschäftstätigkeit in absehbarer Zukunft ohne die Absicht oder Notwendigkeit der Liquidation oder erheblichen Reduzierung fortsetzt. Die Annahme der Unternehmensfortführung bildet eine zentrale Grundlage bei der Erstellung von Jahresabschlüssen und beeinflusst maßgeblich die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden.
Bedeutung des Going Concern Prinzips in der Bilanzierung
Das Going Concern Prinzip ist essenziell, weil es bestimmt, wie Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu bewerten sind. Wenn man davon ausgeht, dass das Unternehmen fortgeführt wird, erfolgt die Bewertung weiterhin zu Anschaffungskosten oder fortgeführten Anschaffungskosten, da der Nutzen der Vermögenswerte über mehrere Perioden hinweg erwartet wird. Sollte jedoch Zweifel an der Fortführungsfähigkeit bestehen, müssen Vermögenswerte möglicherweise zu Liquidationswerten bewertet werden, was oft zu erheblichen Abschreibungen führt.
Auswirkungen auf die Abschlussprüfung und Berichterstattung
Wirtschaftsprüfer müssen im Rahmen ihrer Abschlussprüfung die Fortführungsfähigkeit des Unternehmens beurteilen. Wenn Anzeichen bestehen, dass das Unternehmen in naher Zukunft insolvent sein könnte oder liquidiert wird, sind sie verpflichtet, einen Hinweis im Prüfungsbericht zu geben. Die Offenlegung von Unsicherheiten bezüglich der Unternehmensfortführung ist notwendig, um Investoren und andere Interessengruppen über mögliche Risiken zu informieren.
Zusammenfassung
Das Going Concern Prinzip ist ein grundlegendes Konzept in der Rechnungslegung, das die Annahme beschreibt, dass ein Unternehmen seine Geschäfte langfristig fortführt. Es beeinflusst sowohl die Bewertung von Vermögenswerten als auch die Transparenz in der Berichterstattung. Nur wenn begründete Zweifel an der Fortführungsfähigkeit bestehen, müssen entsprechende Anpassungen und Offenlegungen vorgenommen werden.
