Was sind „eatr Steuern“ und wie funktionieren sie?

Melden
  1. Einführung in den Begriff EATR
  2. Wie wird die EATR berechnet?
  3. Warum ist die EATR wichtig?
  4. Unterschiede zur marginalen Steuerquote
  5. Fazit

Einführung in den Begriff EATR

Der Begriff EATR steht für Effective Average Tax Rate, also die effektive durchschnittliche Steuerquote. Diese Kennzahl beschreibt den durchschnittlichen Steuersatz, den ein Unternehmen auf seinen Gewinn zahlen muss, nachdem alle Steuervergünstigungen, Abzüge und sonstigen Regelungen berücksichtigt wurden. Im Gegensatz zum einfachen Nominalsteuersatz, der meist nur den offiziellen Steuersatz auf den Gewinn beschreibt, gibt die EATR einen realistischeren Überblick darüber, wie hoch die tatsächliche Steuerbelastung für Unternehmen ist.

Wie wird die EATR berechnet?

Die Berechnung der effektiven durchschnittlichen Steuerquote berücksichtigt nicht nur die regulären Unternehmenssteuern, sondern auch Sonderregelungen wie Abschreibungen, Steueranreize oder auch Verlustvorträge. Dabei wird zunächst der Gewinn vor Steuern bestimmt. Anschließend werden alle anfallenden Steuern auf diesen Gewinn summiert und ins Verhältnis zum Gewinn vor Steuern gesetzt. Das Ergebnis ist die effektive Steuerquote, die zeigt, wie viel Prozent des Gewinns tatsächlich als Steuer anfallen.

Warum ist die EATR wichtig?

Für Unternehmen ist die EATR ein zentraler Gradmesser, um die Steuerbelastung im jeweiligen Land oder für bestimmte Investitionsprojekte zu beurteilen. Eine niedrige EATR kann ein Standortvorteil sein, da sie bedeutet, dass weniger Steuern auf den Gewinn anfallen und somit potenziell höhere Nettorenditen erwirtschaftet werden können. Regierungen nutzen die EATR auch zur Gestaltung und Anpassung von Steuerpolitiken, um Investitionen zu fördern oder zu lenken.

Unterschiede zur marginalen Steuerquote

Während die EATR die durchschnittliche Steuerbelastung beschreibt, gibt es auch die marginale Steuerquote (Marginal Effective Tax Rate, METR), die angibt, wie hoch die Steuer auf den zusätzlichen Gewinn einer weiteren Einheit ist. Beide Kennzahlen sind wichtig, um das Steuerumfeld umfassend zu verstehen. Die EATR gibt eine gute Übersicht über die Gesamtsteuerlast, während die METR vor allem für Entscheidungen über zusätzliche Investitionen relevant ist.

Fazit

Die effektive durchschnittliche Steuerquote (EATR) ist eine wichtige Kennzahl, um die Steuerbelastung von Unternehmen realistisch zu bewerten. Sie ermöglicht es, nicht nur den gesetzlichen Steuersatz zu betrachten, sondern auch alle weiteren steuerlichen Regelungen und Vergünstigungen zu berücksichtigen. Für Unternehmen ist die Kenntnis der EATR entscheidend, um fundierte Entscheidungen über Standorte und Investitionen zu treffen, und auch für politische Entscheidungsträger ist sie ein nützliches Instrument zur Steuerplanung und Wirtschaftsförderung.

0

Kommentare