Was sind die 5 Entzündungszeichen?
- Einführung in Entzündungszeichen
- Die fünf klassischen Entzündungszeichen
- Rötung (Rubor)
- Schwellung (Tumor)
- Wärme (Calor)
- Schmerz (Dolor)
- Eingeschränkte Funktion (Functio laesa)
- Fazit
Einführung in Entzündungszeichen
Entzündungen sind komplexe biologische Reaktionen des Körpers auf schädliche Reize wie Verletzungen, Krankheitserreger oder chemische Reize. Wenn Gewebe geschädigt wird, reagiert der Körper mit einer Entzündung, um den Schaden zu begrenzen, schädliche Erreger zu beseitigen und den Heilungsprozess einzuleiten. Die Diagnose einer Entzündung basiert häufig auf der Beobachtung charakteristischer klinischer Symptome, die als die fünf klassischen Entzündungszeichen bezeichnet werden.
Die fünf klassischen Entzündungszeichen
Die typische Reaktion des Körpers bei einer Entzündung zeigt sich an fünf deutlichen Merkmalen: Rötung, Schwellung, Wärme, Schmerz und eingeschränkte Funktion. Jedes dieser Zeichen hat eine physiologische Grundlage und hilft dabei, die zugrunde liegende Entzündung zu erkennen und ihren Schweregrad einzuschätzen.
Rötung (Rubor)
Die Rötung entsteht durch eine vermehrte Durchblutung des betroffenen Gewebes. Blutgefäße erweitern sich, um mehr Blut zum Ort der Entzündung zu transportieren, welches rote Blutkörperchen enthält. Dieser Prozess wird durch verschiedene Mediatoren ausgelöst, die von Immunzellen freigesetzt werden. Die Rötung ist häufig eines der ersten sichtbaren Anzeichen einer Entzündung.
Schwellung (Tumor)
Durch die Erweiterung der Blutgefäße gelangt vermehrt Flüssigkeit aus dem Blut in das umliegende Gewebe. Diese Flüssigkeitsansammlung führt zu einer sichtbaren oder tastbaren Schwellung. Die Schwellung ist ein Indikator für die gesteigerte Gefäßpermeabilität, die das Austreten von Immunzellen und Proteinen aus den Gefäßen in das entzündete Gewebe erleichtert.
Wärme (Calor)
Die verstärkte Durchblutung und die Aktivität der Immunzellen führen zu einer lokalen Temperaturerhöhung im entzündeten Bereich. Wärme ist ein Hinweis darauf, dass vermehrt Stoffwechselaktivität stattfindet und dass das Immunsystem aktiv ist. Besonders an den Extremitäten oder oberflächlichen Geweben ist diese Temperaturerhöhung tastbar.
Schmerz (Dolor)
Schmerz entsteht, wenn Entzündungsmediatoren wie Prostaglandine und Histamin Nervenendigungen reizen oder sensibilisieren. Der Schmerz dient als Warnsignal des Körpers, das dazu beiträgt, den betroffenen Bereich zu schonen und weitere Schäden zu vermeiden. Schmerz kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein, abhängig vom Ausmaß und der Lage der Entzündung.
Eingeschränkte Funktion (Functio laesa)
Das fünfte Entzündungszeichen beschreibt die eingeschränkte Bewegbarkeit oder Funktion des betroffenen Organs oder Gewebes. Dies kann durch Schmerzen, Schwellungen oder Schäden im Gewebe verursacht werden. Die eingeschränkte Funktion trägt ebenfalls dazu bei, weitere Belastung und damit zusätzliche Schäden der entzündeten Stelle zu vermeiden.
Fazit
Die fünf Entzündungszeichen sind fundamentale klinische Hinweise auf eine lokale Entzündungsreaktion. Ein Verständnis dieser Zeichen ermöglicht es Ärzten und medizinischem Personal, Entzündungen frühzeitig zu erkennen, zu diagnostizieren und angemessen zu behandeln. Durch die Beobachtung von Rötung, Schwellung, Wärme, Schmerz und eingeschränkter Funktion können Rückschlüsse auf die Art und das Ausmaß der Entzündung gezogen werden.
