Was ist ein Hertz Kontakt und wie funktioniert er?
- Grundlagen der Hertzschen Kontaktmechanik
- Technische Bedeutung eines Hertz Kontakts
- Funktion und Eigenschaften eines Hertz Kontakts
- Praktische Anwendung und Beispiel
- Fazit
Der Begriff Hertz Kontakt wird häufig im technischen und physikalischen Kontext verwendet, insbesondere in der Elektrotechnik und Messtechnik. Im Wesentlichen beschreibt dieser Begriff eine spezielle Art der Kontaktierung zwischen zwei Oberflächen, die auf der Theorie der Kontaktmechanik basiert, die von Heinrich Hertz entwickelt wurde. Um die Bedeutung und Funktionsweise eines Hertz Kontakts vollständig zu verstehen, ist es hilfreich, zunächst die Grundlagen des Hertz’schen Kontaktproblems zu betrachten.
Grundlagen der Hertzschen Kontaktmechanik
Der Physiker Heinrich Hertz hat im 19. Jahrhundert analytische Lösungen für die Kontaktkräfte und Verformungen zweier elastischer Körper mit gekrümmter Oberfläche entwickelt. Wenn zwei feste Körper, beispielsweise eine Kugel und eine ebene Fläche, aufeinandertreffen, entsteht ein kleiner flächenhafter Kontaktbereich, der als "Hertz-Kontakt" bezeichnet wird. Dabei wirken Druckkräfte, die eine elastische Verformung der Oberflächen hervorrufen, ohne dass es zu plastischer Verformung oder dauerhaften Schäden kommt.
Technische Bedeutung eines Hertz Kontakts
In der Elektrotechnik wird der Begriff Hertz Kontakt oft im Zusammenhang mit der Herstellung von elektrischen Verbindungen in der Messtechnik verwendet. Hierbei geht es darum, eine zuverlässige Kontaktierung herzustellen, die klein genug ist, um genaue Messwerte zu erfassen, ohne dabei die Oberfläche der Kontaktpunkte zu beschädigen. Der Hertz Kontakt beschreibt dabei die tatsächliche Kontaktfläche zwischen zwei metallischen Kontaktflächen auf Grund der elastischen Verformung, wodurch elektrische Leitfähigkeit ermöglicht wird.
Funktion und Eigenschaften eines Hertz Kontakts
Die physikalische Funktionsweise eines Hertz Kontakts beruht auf der Druckverteilung in dem kleinen berührten Bereich der beiden Oberflächen. Durch den minimalen Kontaktbereich entstehen hohe Kontaktpressungen und daraus resultierende Verformungen, die sich elastisch zurückbilden, wenn die Belastung entfernt wird. Diese Eigenschaften machen den Hertz Kontakt ideal für Anwendungen, bei denen schnelle und wiederholbare Kontaktierungen ohne Beschädigung wichtig sind. Beispielsweise finden solche Kontaktierungen in Prüfgeräten, Federkontakten oder Sensoren Verwendung, bei denen ein spürbarer Druck nötig ist, aber keine dauerhafte Veränderung an den Kontaktflächen gewünscht wird.
Praktische Anwendung und Beispiel
Ein klassisches Beispiel für den Hertz Kontakt ist die Kontaktierung eines Prüfgeräts mit einer Leiterplatte. Die Prüfnadeln drücken nur minimal auf die Leiterbahnen und erzeugen so mittels Hertz’schem Kontakt eine kleine elastische Kontaktfläche. Diese Kontaktfläche ist ausreichend, um den elektrischen Strom durchzulassen und den Prüfprozess durchzuführen, ohne die empfindlichen Leiterbahnen oder Bauelemente zu beschädigen. Die Auswahl von Materialien und der Anpressdruck sind dabei entscheidend, um optimale Kontakteigenschaften sicherzustellen.
Fazit
Der Hertz Kontakt beschreibt eine physikalisch und technisch wichtige Kontaktart zwischen zwei elastischen Körpern mit gekrümmter Oberfläche, die durch eine kleine, elastisch verformte Kontaktfläche gekennzeichnet ist. In der Elektrotechnik ist dieses Prinzip essenziell für zuverlässige und schonende Mess- und Prüfkontakte. Das Verständnis dieser Kontaktmechanik hilft, technische Lösungen zu optimieren, die sowohl präzise als auch schonend sind und so eine lange Lebensdauer und hohe Zuverlässigkeit gewährleisten.
