Was ist Bilirubin bei Neugeborenen und warum ist es wichtig?

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  1. Definition und Entstehung von Bilirubin
  2. Bilirubin bei Neugeborenen: Physiologische Gelbsucht
  3. Ursachen für erhöhte Bilirubinwerte bei Neugeborenen
  4. Diagnose und Verlauf
  5. Behandlung von erhöhtem Bilirubin bei Neugeborenen
  6. Bedeutung der Kontrolle und Prävention
  7. Fazit

Definition und Entstehung von Bilirubin

Bilirubin ist ein gelber Farbstoff, der beim Abbau von Hämoglobin entsteht. Hämoglobin ist der Bestandteil der roten Blutkörperchen, der für den Sauerstofftransport verantwortlich ist. Wenn rote Blutkörperchen im Körper abgebaut werden, entsteht zunächst ein sogenanntes indirektes (unkonjungiertes) Bilirubin, das in der Leber in eine wasserlösliche Form, das direkte (konjugierte) Bilirubin, umgewandelt wird. Anschließend wird das Bilirubin über die Galle in den Darm ausgeschieden und somit aus dem Körper entfernt.

Bilirubin bei Neugeborenen: Physiologische Gelbsucht

Bei Neugeborenen ist der Bilirubinspiegel häufig erhöht, was zu einer Gelbfärbung der Haut und der Augen, der sogenannten Neugeborenengelbsucht (Ikterus neonatorum), führen kann. Dies ist meist eine normale Erscheinung, da der Organismus des Neugeborenen noch nicht vollständig ausgereift ist. Die Leberenzyme, die für die Umwandlung und Ausscheidung von Bilirubin verantwortlich sind, arbeiten in den ersten Lebenstagen oft noch nicht optimal. Dadurch kann sich das indirekte Bilirubin im Blut ansammeln.

Ursachen für erhöhte Bilirubinwerte bei Neugeborenen

Die Hauptursache für eine Erhöhung des Bilirubinspiegels bei Neugeborenen ist die vermehrte Bildung durch den Abbau von fetalem Hämoglobin, das in den ersten Wochen des Lebens durch das adulte Hämoglobin ersetzt wird. Außerdem reifen die Leberfunktionen bei Neugeborenen oft verzögert, was die Umwandlung und Ausscheidung des Bilirubins erschwert. Andere Ursachen können Blutgruppenunverträglichkeiten zwischen Mutter und Kind, Infektionen oder selten angeborene Stoffwechselstörungen sein.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose einer erhöhten Bilirubin-Konzentration erfolgt durch Blutuntersuchungen, bei denen der Bilirubinspiegel gemessen wird. Klinisch erkennt man den Ikterus meist an der gelben Verfärbung von Haut und Sklera (Augenweiß). In den meisten Fällen klingt die Gelbsucht innerhalb von ein bis zwei Wochen spontan ab, ohne dass eine Behandlung erforderlich ist. Eine sorgfältige Beobachtung ist jedoch wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.

Behandlung von erhöhtem Bilirubin bei Neugeborenen

Wenn die Bilirubinwerte zu stark ansteigen, kann es erforderlich sein, das Neugeborene zu behandeln. Die häufigste Therapie ist die Phototherapie, bei der das Baby unter speziellem Blaulicht bestrahlt wird. Das Licht wandelt das Bilirubin in eine Form um, die leichter über die Nieren ausgeschieden werden kann. In schweren Fällen kann auch eine Austauschtransfusion notwendig sein, bei der das Blut des Kindes ausgetauscht wird, um den Bilirubinspiegel schnell zu senken.

Bedeutung der Kontrolle und Prävention

Die Kontrolle der Bilirubinwerte ist wichtig, da sehr hohe Spiegel von indirektem Bilirubin neurotoxisch wirken können und zu schweren Komplikationen wie dem Kernikterus führen können, einer Schädigung des Gehirns. Durch eine frühzeitige Erkennung und Behandlung lässt sich das Risiko solcher Schäden minimieren. Stillen und ausreichende Flüssigkeitszufuhr fördern zudem die Ausscheidung des Bilirubins.

Fazit

Bilirubin ist ein natürlicher Abbauprodukt im Körper, das bei Neugeborenen häufig erhöht ist und zu einer Gelbsucht führt. In den meisten Fällen ist die Bilirubin-Erhöhung physiologisch und harmlos. Wichtig ist die sorgfältige Überwachung, um Komplikationen zu vermeiden und gegebenenfalls rechtzeitig therapeutische Maßnahmen einzuleiten. Die Behandlung ist meist erfolgreich und führt zu einer normalen Entwicklung des Babys.

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