Warum zeigt Wine falsche Zeiten oder Zeitzonen an?
- Einleitung
- Unterschiedliche Zeit- und Zeitzonenverwaltungen
- Unvollständige oder fehlerhafte Implementierung im Wine-Zeitmanagement
- Einfluss von Umgebungsvariablen und Systemkonfiguration
- Programmeigene Zeiteinstellungen und lokale Caches
- Fazit
Einleitung
Wine ist eine Kompatibilitätsschicht, die es ermöglicht, Windows-Anwendungen unter Linux oder anderen Unix-ähnlichen Betriebssystemen auszuführen. Trotz seiner Leistungsfähigkeit kann es jedoch vorkommen, dass Programme innerhalb von Wine falsche Zeiten oder Zeitzonen anzeigen. Dies hat verschiedene technische Gründe, die meist mit der Art und Weise zusammenhängen, wie Wine die Windows-API emuliert und mit dem zugrunde liegenden Betriebssystem interagiert.
Unterschiedliche Zeit- und Zeitzonenverwaltungen
Windows und Unix-basierte Systeme, auf denen Wine läuft, unterscheiden sich in ihrer Verwaltung von Zeit und Zeitzonen. Windows speichert Systemzeit häufig in lokaler Zeit und besitzt eigene Mechanismen zur Zeitzonenverwaltung durch die Registry und Windows-spezifische Schnittstellen. Im Gegensatz dazu verwenden viele Unix-Systeme die UTC-Zeitintern, und die Zeitzoneninformationen stammen aus Dateien wie /etc/localtime oder der Umgebungsvariablen TZ.
Wine muss die Windows-API-Aufrufe zur Zeiterfassung und Zeitzonenbestimmung auf das darunterliegende Unix-System übersetzen. Dabei kann es zu Diskrepanzen kommen, weil die Zeitzoneninformationen entweder nicht korrekt aus Wine heraus abgefragt werden oder falsch interpretiert werden.
Unvollständige oder fehlerhafte Implementierung im Wine-Zeitmanagement
Die Implementierung der Windows-Systemzeit-APIs in Wine ist komplex, da Wine zahlreiche Windows-APIs nachbilden muss. Einige dieser APIs, beispielsweise solche die Zeitzoneninformationen aus der Registry lesen oder lokale Zeitumwandlungen durchführen, sind nicht vollständig oder nur approximativ umgesetzt. Dadurch kann es passieren, dass Wine eine falsche Zeitzone annimmt oder die Zeit in der Anwendung falsch dargestellt wird.
Zudem kann die Zeitzoneninformation innerhalb von Wine auf einem falschen Standard beruhen, wenn keine explizite Konfiguration erfolgt, etwa wenn die Registry-Einträge fehlen oder inkonsistent sind.
Einfluss von Umgebungsvariablen und Systemkonfiguration
Wine respektiert einerseits die Umgebungsvariablen des Host-Systems, andererseits simuliert es die Windows-Umgebung mit Registry-Einstellungen. Wenn die Zeitzonen-Umgebungsvariable TZ falsch gesetzt oder überhaupt nicht vorhanden ist, kann dies dazu führen, dass Wine falsche Zeitinformationen liefert. Zudem können ungewöhnliche oder benutzerdefinierte Zeitzonendateien auf dem Host-System die Interpretation weiter erschweren.
Auch die Systemzeit-Einstellung und mögliche Synchronisationsprobleme zwischen Host-System und der Wine-Umgebung spielen eine Rolle. Wenn beispielsweise der Linux-Host die Systemzeit in UTC und Wine oder die Windows-Anwendung eine lokale Zeit erwartet, entstehen Differenzen.
Programmeigene Zeiteinstellungen und lokale Caches
Manchmal liegt das Problem nicht allein an Wine, sondern an der Windows-Anwendung selbst. Einige Programme cachen Zeitzoneninformationen oder abhängige Zeitdaten, was bei Ausführung unter Wine fehlerhafte Ergebnisse liefern kann, wenn Wine diese Daten nicht regelkonform bereitstellt.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Wine falsche Zeiten oder Zeitzonen anzeigen kann, weil es die Windows-internen Mechanismen zur Zeit- und Zeitzonenverwaltung nur approximativ auf Unix-Systeme abbildet. Unterschiedliche Konzepte von Zeit und Zeitzone zwischen Windows und Linux sowie unvollständige Implementierungen in Wine sind die Hauptursachen. Nutzer können durch Anpassung der Wine-Registry, Setzen korrekter Umgebungsvariablen und Synchronisation der Systemzeit versuchen, diese Probleme zu minimieren.
