Warum zeigt Total Commander manche Netzwerkordner nicht an?
- Unterschiede bei der Netzwerkumgebung und Berechtigungen
- Unterschiedliche Art der Netzwerkerkennung
- Probleme durch unterschiedliche Netzwerkprotokollversionen
- Zugriffsrechte und Benutzerkontensteuerung (UAC)
- Troubleshooting und Empfehlungen
Unterschiede bei der Netzwerkumgebung und Berechtigungen
Der Total Commander greift auf Netzwerkordner in der Regel über das Windows-Dateisystem zu und orientiert sich dabei an den in der Netzwerkumgebung (Netzwerkumgebung im Explorer) sichtbaren Freigaben. Allerdings hängt die Sichtbarkeit von Netzwerkordnern stark von den Berechtigungen ab, die auf dem Server oder NAS-Gerät vergeben wurden. Wenn der angemeldete Benutzer keine ausreichenden Zugriffsrechte besitzt, können die entsprechenden Freigaben im Total Commander nicht sichtbar sein. Das kann auch dazu führen, dass manche Freigaben im Windows-Explorer angezeigt werden, aber im Total Commander nicht, falls dieser unter anderem Benutzerkontext oder mit anderen Rechten läuft.
Unterschiedliche Art der Netzwerkerkennung
Windows erkennt Netzwerkordner mithilfe von Protokollen wie SMB (Server Message Block). Der Total Commander benutzt intern oft APIs von Windows zur Anzeige der Netzwerkressourcen. Manchmal unterscheiden sich jedoch die Methoden der Netzwerkerkennung. Insbesondere bei Netzlaufwerken, die über IP-Adresse eingebunden wurden oder durch Mapping über die Kommandozeile erstellt sind, kann es vorkommen, dass diese nicht automatisch im Netzwerkbaum des Total Commanders auftauchen. Ebenso werden versteckte oder administrative Freigaben (z. B. C$, ADMIN$) häufig nicht angezeigt.
Probleme durch unterschiedliche Netzwerkprotokollversionen
Moderne Windows-Versionen verwenden SMBv2 oder SMBv3, während manche ältere Geräte oder NAS-Systeme noch SMBv1 einsetzen. Da SMBv1 aus Sicherheitsgründen oft deaktiviert ist, kann dies dazu führen, dass Total Commander nicht alle Freigaben einsehen kann, wenn er auf ein bestimmtes Protokoll angewiesen ist. Dies betrifft vor allem die automatische Auflistung von Netzwerksegmenten und deren Freigaben. In solchen Fällen können bestimmte Netzwerkordner komplett fehlen, obwohl sie prinzipiell vorhanden sind.
Zugriffsrechte und Benutzerkontensteuerung (UAC)
Ein weiterer Grund kann mit der Benutzerkontensteuerung zusammenhängen. Total Commander wird manchmal mit Administratorrechten gestartet. Windows trennt aber standardmäßig die Zugriffe zwischen dem normalen Benutzerkonto und Administratorrechten, sodass bei erhöhten Rechten Mapping-Laufwerke oder Netzwerkfreigaben, die in der normalen Sitzung sichtbar sind, im erhöhten Kontext nicht angezeigt werden. Das führt zu widersprüchlichen Darstellungen im Total Commander und im Explorer. Dies ist ein häufiges Problem bei Anwendungen, die mit Adminrechten laufen wollen, aber auf Netzwerkressourcen zugreifen müssen, die für den normalen Benutzer verbunden sind.
Troubleshooting und Empfehlungen
Um das Problem zu beheben, empfiehlt es sich zunächst, den Total Commander ohne Administratorrechte zu starten oder die Netzlaufwerke im selben Benutzerkontext neu einzubinden. Auch ein direkter Zugriff über die UNC-Pfade (z.B. \\Servername\Freigabe) im Total Commander kann manchmal erfolgreich sein, auch wenn die Netzwerkübersicht nicht vollständig ist. Zudem sollte geprüft werden, ob die erforderlichen SMB-Protokolle aktiviert sind und ob die Firewall- oder Sicherheitseinstellungen auf Client- und Serverseite keine Einschränkungen verursachen. Ein letzter Schritt kann das Aktualisieren des Total Commanders oder der Einsatz von Plugins sein, die erweiterten Netzwerkzugriff ermöglichen.
Zusammenfassend resultiert das Problem meist aus einer Kombination von eingeschränkten Zugriffsrechten, unterschiedlichen Netzwerkprotokollversionen und Kontextwechseln durch erhöhte Rechte. Verständnis und Anpassung an diese Ursachen führen meist dazu, dass Total Commander wieder alle Netzwerkordner korrekt anzeigen kann.
