Warum zeigt FolderSizes höhere Speicherwerte als die Windows-Eigenschaften an?
- Unterschiedliche Messmethoden und Berechnungskonzepte
- Berücksichtigung von Cluster-Größen und Speicherplatzbelegung
- Einbeziehung von versteckten und Systemdateien
- Unterschiede durch Symbolische und Verknüpfungsdateien
- Unterschiede in der Aktualisierung und Berechnungstiefe
- Fazit
Unterschiedliche Messmethoden und Berechnungskonzepte
Wenn FolderSizes und die Windows-Eigenschaften den Speicherplatz einer Datei oder eines Ordners anzeigen, nutzen sie unterschiedliche Methoden und Konzepte zur Berechnung der Größe. Windows zeigt in den Eigenschaften meist die logische Dateigröße an, also die Summe der tatsächlich von den Dateien belegten Bytes. FolderSizes hingegen kann zusätzliche Aspekte berücksichtigen, wie zum Beispiel versteckte Systemdateien, alternative Datenströme (ADS) oder MFT (Master File Table) Einträge, die beim einfachen Nachschlagen in den Windows-Eigenschaften nicht mit einbezogen werden.
Berücksichtigung von Cluster-Größen und Speicherplatzbelegung
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Art und Weise, wie der belegte Speicher auf der Festplatte gemessen wird. Windows-Eigenschaften zeigen oft die tatsächliche Dateigröße an. FolderSizes kann dagegen den belegten Speicherplatz (Allocated Size) darstellen, der durch die Dateisystem-Clustergröße beeinflusst wird. Dateien belegen auf der Festplatte immer mindestens einen ganzen Cluster, auch wenn sie tatsächlich kleiner sind. Deshalb kann die insgesamt belegte Größe höher sein. FolderSizes summiert diese belegten Clusterplatzwerte, was zu größeren angezeigten Größen als bei Windows-Eigenschaften führen kann.
Einbeziehung von versteckten und Systemdateien
FolderSizes ist häufig so konfiguriert, dass alle Dateien in einem Ordner berücksichtigt werden, auch jene, die durch das Betriebssystem als versteckt oder Systemdateien markiert sind. Die Windows-Eigenschaften ignorieren diese Dateien meist oder zählen sie nicht explizit mit, besonders wenn der Benutzer nicht die entsprechende Option aktiviert hat. Dadurch kann FolderSizes einen höheren Gesamtwert anzeigen, da versteckte Dateien und Systemdaten mit in die Berechnung einfließen.
Unterschiede durch Symbolische und Verknüpfungsdateien
Bei sogenannten symbolischen Links oder Verknüpfungen kann es zu weiteren Abweichungen kommen. Windows-Eigenschaften zählen nur die Größe der Verknüpfung selbst, wohingegen FolderSizes je nach Einstellung den Zielordner oder die Zieldatei auch mit berücksichtigt und so den angezeigten Speicherplatz erhöht. Dies führt besonders bei umfangreichen Verzeichnisstrukturen zu höheren angezeigten Werten bei FolderSizes.
Unterschiede in der Aktualisierung und Berechnungstiefe
Zudem können sich die Werte unterscheiden, weil FolderSizes häufig eine umfassendere und schnellere Analyse durchführt, die auch temporäre Dateien, Schattenkopien oder andere komplexe Datenstrukturen einschließt, die beim einfachen Aufruf der Windows-Eigenschaften nicht sofort ausgewertet werden. Auch die Anzeigegenauigkeit kann variieren, da Windows-Eigenschaften manchmal gerundete Werte zeigen, FolderSizes hingegen exakte Byte-Werte.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass FolderSizes aufgrund einer tiefergehenden und umfassenderen Analyse, die Cluster-Größen, versteckte Dateien, alternative Datenströme, symbolische Links und weitere systembedingte Speicherbelegungen mit einbezieht, in der Regel höhere Speicherwerte anzeigt als die Windows-Eigenschaften. Diese Differenzen sind technisch bedingt und spiegeln unterschiedliche Betrachtungsweisen des belegten Speicherplatzes wider.
