Warum zeigt Disk Inventory X falsche Speicherplatzwerte an?
- Grundlagen von Disk Inventory X und der Speicherplatzanzeige
- Unterschiede zwischen Dateisystemgrößen und vom Betriebssystem gemeldeten Werten
- Einfluss von Systemschutzmechanismen und versteckten Dateien
- Probleme durch Dateitypen und technische Besonderheiten
- Veraltete oder inkompatible Softwareversionen
- Fazit
Grundlagen von Disk Inventory X und der Speicherplatzanzeige
Disk Inventory X ist ein beliebtes Tool zur Analyse und Visualisierung der Speicherbelegung auf Mac-Systemen. Es nutzt eine grafische Darstellung, um dem Nutzer schnell einen Überblick über große Dateien und Verzeichnisse zu geben. Dabei scannt die Anwendung das Dateisystem und summiert die einzelnen Dateien, um den belegten Speicherplatz anzuzeigen. Allerdings basieren diese Angaben auf bestimmten Annahmen und Zugriffsmethoden, die zu Abweichungen bei den angezeigten Werten führen können.
Unterschiede zwischen Dateisystemgrößen und vom Betriebssystem gemeldeten Werten
Die von Disk Inventory X angezeigten Speicherplatzwerte stammen aus der Summe der Dateigrößen, wie sie durch Dateiattribute ermittelt werden. Das Betriebssystem dagegen berücksichtigt viele weitere Faktoren bei der Berechnung des belegten Speicherplatzes. Dazu zählen unter anderem Metadaten, Dateisystem-Overhead, versteckte Systemdateien oder spezielle Zuweisungen wie Sparse-Dateien, Hardlinks oder symbolische Links. Diese Komponenten werden häufig nicht vollständig vom Scanner erfasst oder nicht korrekt gewichtet.
Einfluss von Systemschutzmechanismen und versteckten Dateien
macOS nutzt verschiedene Mechanismen zum Schutz und zur Organisation von Daten, darunter Time Machine-Snapshots, versteckte Systemordner oder Schutzbereiche wie der System Integrity Protection (SIP). Time Machine beispielsweise erstellt lokale Snapshots, die Speicherplatz belegen, aber oft nicht direkt im Dateisystem sichtbar sind oder von normalen Scannern ignoriert werden. Dadurch kann Disk Inventory X den belegten Platz unterschätzen, wenn diese Speicherbereiche nicht mit einbezogen werden.
Probleme durch Dateitypen und technische Besonderheiten
Sparse-Dateien sind eine weitere Ursache für Diskrepanzen. Diese Dateien reservieren zwar virtuellen Speicherplatz, belegen jedoch physisch weniger tatsächlichen Speicher, was die Anzeige verfälscht. Ebenso können Hardlinks zu mehrfach gezählten Speicherplatzangaben führen, da dieselbe physische Datei in verschiedenen Verzeichnissen referenziert wird. Disk Inventory X kann Schwierigkeiten haben, diese Verknüpfungen korrekt aufzulösen, was zu Überschätzungen oder Unterschätzungen führt.
Veraltete oder inkompatible Softwareversionen
Schließlich kann auch die Version von Disk Inventory X eine Rolle spielen. Wenn das Programm nicht auf den neuesten Stand gebracht wurde, unterstützt es eventuell nicht alle neuen Funktionen und Besonderheiten aktueller macOS-Versionen oder Dateisysteme (wie APFS). Dies kann dazu führen, dass die Speicherplatzwerte nicht mehr korrekt ermittelt werden und von der Realität abweichen.
Fazit
Die Anzeige von Speicherplatzwerten durch Disk Inventory X beruht auf der Analyse sichtbarer und zugänglicher Dateien und Verzeichnisse. Dennoch gibt es viele technische und systembedingte Faktoren, die eine genaue Zuordnung erschweren oder verhindern. Die Diskrepanzen liegen in der Natur der Dateisysteme, der Schutzmechanismen von macOS sowie der Handhabung spezieller Dateitypen und Systembereiche begründet. Diese Punkte führen zusammen dazu, dass Disk Inventory X gelegentlich falsche oder ungenaue Speicherplatzwerte anzeigt.
