Warum zeigt Advanced IP Scanner falsche oder veraltete IP-Adressen an?

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  1. Grundlagen der IP-Adressenerkennung
  2. Gründe für falsche oder veraltete IP-Adressen
  3. Einfluss von Netzwerkkonfiguration und Scan-Einstellungen
  4. Limitierungen des ARP-Protokolls und Netzwerk-Cache
  5. Fazit

Grundlagen der IP-Adressenerkennung

Advanced IP Scanner arbeitet im Netzwerk, um Geräte anhand ihrer IP-Adressen und MAC-Adressen zu identifizieren. Dabei benutzt die Software verschiedene Methoden, wie das Pingen von IP-Adressen, das Abfragen des ARP-Caches sowie das Scannen von Ports, um aktive Geräte im Netzwerk zu erkennen. Da das Ziel darin besteht, möglichst schnell und effizient eine Übersicht der aktiven Geräte zu erhalten, basiert die Anzeige der IP-Adressen häufig auf aktuell gespeicherten Netzwerkdaten, die jedoch nicht immer vollständig oder aktuell sein müssen.

Gründe für falsche oder veraltete IP-Adressen

Einer der Hauptgründe für falsche oder veraltete IP-Adressen ist das Verhalten von IP-Adressen im Netzwerk selbst. In vielen Netzwerken werden dynamische IP-Adressen vergeben, die sich durch DHCP-Server (Dynamic Host Configuration Protocol) ändern können. Ein Gerät, das zu einem Zeitpunkt unter einer bestimmten IP-Adresse aktiv war, kann diese später durch eine neue IP ersetzt bekommen. Wenn Advanced IP Scanner also auf einen zwischengespeicherten ARP-Eintrag oder anderweitige Netzwerkdaten zurückgreift, kann es passieren, dass veraltete IP-Adressen angezeigt werden, die momentan nicht mehr vergeben oder einem anderen Gerät zugeordnet sind.

Außerdem kann die Netzwerkarchitektur dafür sorgen, dass manche Geräte temporär nicht erreichbar sind, etwa durch Firewalls, VLANs oder andere Sicherheitsmechanismen. Wenn der Scanner versucht, ein Gerät zu erreichen und keine Antwort erhält, kann es dennoch aus älteren Daten eine IP-Adresse anzeigen, obwohl das Gerät aktuell nicht aktiv ist oder sich mit einer anderen Adresse angemeldet hat.

Einfluss von Netzwerkkonfiguration und Scan-Einstellungen

Die Netzwerkkonfiguration sowie die Einstellungen im Advanced IP Scanner beeinflussen ebenfalls die Genauigkeit der Ergebnisse. Werden beispielsweise nur bestimmte IP-Bereiche oder Subnetze gescannt, können Geräte außerhalb dieses Bereichs ignoriert werden, was zu einer unvollständigen oder scheinbar falschen Übersicht führt. Zudem kann die Scan-Geschwindigkeit und die Häufigkeit von Scans die Aktualität der Daten beeinflussen. Ein zu seltener Scan kann veraltete Informationen wiedergeben, während zu schnelle Scans oder hoher Netzwerkverkehr dazu führen können, dass Antworten von Geräten nicht rechtzeitig erfasst werden.

Limitierungen des ARP-Protokolls und Netzwerk-Cache

Ein weiterer technischer Grund liegt in der Funktionsweise des ARP-Protokolls (Address Resolution Protocol), das zur Zuordnung von IP-Adressen zu MAC-Adressen verwendet wird. Der ARP-Cache eines Rechners speichert diese Zuordnungen eine gewisse Zeit lang, aber wenn sich IP-Adressen ändern oder Geräte das Netzwerk verlassen, bleibt dieser Cache eventuell noch eine Weile erhalten und liefert somit veraltete Daten. Advanced IP Scanner kann beim Zugriff auf den ARP-Cache solche veralteten Einträge auslesen und infolgedessen falsche IP-Adressen anzeigen.

Fazit

Zusammenfassend erzeugt Advanced IP Scanner falsche oder veraltete IP-Adressen hauptsächlich aufgrund der dynamischen und sich ständig ändernden Natur von IP-Adressen in einem Netzwerk, Verzögerungen und Ungenauigkeiten beim Scannen, sowie Limitierungen der Netzwerkprotokolle und Caching-Mechanismen. Um möglichst genaue Ergebnisse zu erhalten, sollten regelmäßige Scans durchgeführt, die Netzwerkkonfiguration überprüft und gegebenenfalls erweiterte Scan-Methoden oder zusätzliche Tools verwendet werden, die z.B. eine Integration mit DHCP-Servern oder zentralen Netzwerkmanagementsystemen bieten.

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