Warum werden in FreeCommander keine Netzwerkordner angezeigt?
Einführung
FreeCommander ist ein vielseitiger Dateimanager, der als Alternative zum Windows Explorer dient.
Viele Nutzer verwenden FreeCommander, um auch auf Netzwerkressourcen wie freigegebene Ordner in lokalen Netzwerken zugreifen zu können.
Dennoch kommt es gelegentlich vor, dass Netzwerkordner in FreeCommander nicht angezeigt werden, obwohl sie im Windows Explorer sichtbar sind.
Dieses Verhalten kann verschiedene Ursachen haben, die sowohl mit den Einstellungen von FreeCommander als auch mit den Netzwerkeigenschaften und Windows-Berechtigungen zusammenhängen.
Ursachen für das Nichtanzeigen von Netzwerkordnern
Ein häufiger Grund liegt darin, dass FreeCommander unter einem Benutzerkonto oder mit Berechtigungen ausgeführt wird, die keinen Netzwerkzugriff gestatten.
Wenn FreeCommander zum Beispiel mit Administratorrechten gestartet wird, kann es vorkommen, dass die Netzlaufwerke und freigegebenen Ordner, die unter dem normalen Benutzerprofil verfügbar sind, nicht automatisch erkannt werden.
Das hat mit dem sogenannten Elevation-Effekt von Windows zu tun: Programme, die mit erhöhten Rechten laufen, sehen oft andere Netzwerkverbindungen als reguläre Programme.
Dies führt dazu, dass Netzlaufwerke in FreeCommander nicht sichtbar sind, obwohl sie im normalen Windows Explorer erscheinen.
Ein weiterer Aspekt ist die Konfiguration der Netzwerkeinstellungen im Windows-Betriebssystem selbst.
Wenn das Netzwerkprofil als öffentlich eingestellt ist oder wenn die Datei- und Druckerfreigabe deaktiviert ist, kann der Zugriff auf Netzwerkordner eingeschränkt sein.
Zudem können Firewall-Einstellungen oder Sicherheitssoftware verhindern, dass Programme wie FreeCommander auf das Netzwerk zugreifen und somit freigegebene Ordner anzeigen können.
Auch die Art und Weise, wie Netzwerkfreigaben eingebunden sind, spielt eine Rolle.
Werden Netzlaufwerke manuell per Laufwerkszuordnung (Mapping) mit dem Windows Explorer verbunden, so sind diese Zuordnungen häufig nur im Kontext des Benutzers aktiv.
FreeCommander im Administratormodus oder als anderer Benutzer sieht diese Zuordnungen unter Umständen nicht.
Dies betrifft insbesondere Laufwerke, die mit der Option Laufwerk bei Anmeldung wiederherstellen eingebunden sind, aber ohne entsprechende Rechte oder im falschen Kontext aufgerufen werden.
Lösungsmöglichkeiten
Um Netzwerkordner in FreeCommander sichtbar zu machen, sollte man darauf achten, dass das Programm im selben Benutzerkontext und mit den gleichen Berechtigungen wie die Netzlaufwerke ausgeführt wird.
Ein Start von FreeCommander ohne Administratorrechte kann helfen, da es dann dieselben Netzlaufwerke sieht wie der normale Benutzer.
Alternativ kann man versuchen, FreeCommander mit einem speziellen Kommando zu starten, das die Verbindung zu den Netzlaufwerken auch im Administrator-Kontext ermöglicht.
Eine andere Möglichkeit ist, die notwendigen Registry-Einstellungen in Windows vorzunehmen, um das Mapping von Netzlaufwerken auch unter erhöhten Rechten verfügbar zu machen (zum Beispiel das Setzen des Parameters EnableLinkedConnections).
Darüber hinaus sollte sichergestellt werden, dass das Netzwerk richtig konfiguriert ist: Das Netzwerk sollte als Privat eingestuft sein, die Datei- und Druckerfreigabe aktiviert sein, und Firewall-Einstellungen (sowohl von Windows als auch von Drittherstellern) entsprechend angepasst sein.
Wenn FreeCommander weiterhin keine Netzwerkordner anzeigt, kann es hilfreich sein, direkt über die Netzwerkpfade zu navigieren, indem man \\Computername\Freigabename in die Adressleiste von FreeCommander eingibt.
Sollte dies funktionieren, liegt das Problem vermutlich an der automatischen Anzeige oder am Scannen der Netzwerkinfrastruktur im Programm.
Zusammenfassung
Das Nichtanzeigen von Netzwerkordnern in FreeCommander ist in der Regel auf Unterschiede in den Benutzerrechten, Netzwerkkonfigurationen und dem Kontext, in dem das Programm ausgeführt wird, zurückzuführen.
Durch Anpassungen in der Ausführung von FreeCommander und der Windows-Netzwerkeinstellungen kann dieses Problem meist gelöst werden.
Ein gutes Verständnis der Windows-Benutzerkontexte sowie der Netzlaufwerkzuordnungen ist hierbei entscheidend.
