Warum weichen die Ergebnisse von CrystalDiskMark von den Herstellerangaben ab?
- Unterschiedliche Testbedingungen
- Unterschiedliche Testmethoden und Zugriffsprofile
- Einfluss von Dateisystem und Fragmentierung
- Hardware- und Softwareeinschränkungen
- Zusammenfassung
Unterschiedliche Testbedingungen
Einer der Hauptgründe für Abweichungen zwischen den Ergebnissen von CrystalDiskMark und den Herstellerangaben sind die unterschiedlichen Testbedingungen. Hersteller führen ihre Leistungsmessungen häufig unter optimalen Laborbedingungen durch, um die beste theoretisch erreichbare Performance zu dokumentieren. Diese Bedingungen beinhalten meist einen komplett leeren Datenträger, eine hohe Systemstabilität und spezielle Testsoftware, die genau auf den jeweiligen Speicher abgestimmt ist. Im Gegensatz dazu wird CrystalDiskMark auf dem jeweiligen Nutzer-System ausgeführt, das durch verschiedene Faktoren wie installierte Software, Hintergrundprozesse und bereits belegten Speicher beeinflusst wird. Dadurch kann die gemessene Leistung deutlich von den Herstellerangaben abweichen.
Unterschiedliche Testmethoden und Zugriffsprofile
Herstellerangaben basieren oft auf sequentiellen Lese- und Schreibtests, bei denen Daten in großen zusammenhängenden Blöcken verarbeitet werden. Diese Tests zeigen die maximale Durchsatzrate beim Lesen und Schreiben großer Dateien. CrystalDiskMark hingegen bietet neben sequentiellen auch zufällige Zugriffstests mit unterschiedlichen Blockgrößen und Queue-Depths an. Besonders die zufälligen Zugriffe spiegeln die reale Nutzung besser wider, sind aber oft deutlich langsamer als sequenzielles Lesen/Schreiben. Da realer Datenverkehr meist aus vielen kleinen und zufälligen Zugriffen besteht, kann CrystalDiskMark hier niedrigere Werte zeigen als die Hersteller, die häufig nur die besten sequenziellen Werte angeben.
Einfluss von Dateisystem und Fragmentierung
Ein weiterer Faktor ist das Dateisystem und der Zustand des Speichermediums. Hersteller testen häufig mit neutralen oder formatierten Laufwerken in idealem Zustand. Im Alltagsgebrauch ist das Laufwerk hingegen bereits mit Daten belegt, teilweise fragmentiert oder es können Dateisystem-Overheads entstehen. Diese Zustände führen zu längeren Zugriffszeiten, höheren Latenzen und damit insgesamt zu schlechteren Messergebnissen in CrystalDiskMark. Auch werden temporäre Dateien, Caches oder Indexierungsprozesse das Ergebnis beeinträchtigen.
Hardware- und Softwareeinschränkungen
Nicht zuletzt spielen Hardware- und Software-Einschränkungen eine Rolle. CrystalDiskMark misst die Leistung im Kontext des vorhandenen Systems, das bedeutet, dass die CPU-Leistung, der Arbeitsspeicher, der verwendete Anschlussstandard (z.B. SATA, NVMe über PCIe) oder Treiberversionen die Geschwindigkeit limitieren können. Hersteller nehmen ihre Messungen oft mit High-End-Hardware und optimierten Treibern vor. Wenn das Endgerät des Nutzers nicht über dieselbe Ausstattung verfügt oder zusätzliche Software dazwischen geschaltet ist, beeinflusst dies die Messwerte negativ.
Zusammenfassung
Die Abweichungen zwischen CrystalDiskMark-Ergebnissen und Herstellerangaben ergeben sich also aus einer Kombination von unterschiedlicher Testmethodik, variierenden Systemumgebungen, verschiedenen Zugriffsprofilen und realen Betriebssituationen gegenüber idealisierten Laborbedingungen. Während Herstellerangaben meist maximale Leistung unter optimalen Bedingungen zeigen, liefert CrystalDiskMark praxisnahe Werte, die die reale Performance des jeweiligen Systems widerspiegeln.
