Warum unterscheiden sich die Temperaturwerte von HWMonitor und anderen Monitoring-Programmen?
- Verschiedene Sensorquellen und -typen
- Unterschiedliche Methoden zur Temperaturberechnung
- Firmware- und Treiber-Unterschiede
- Polling-Intervall und Aktualisierungsrate
- Fazit
Verschiedene Sensorquellen und -typen
Ein wesentlicher Grund für die unterschiedlichen Temperaturwerte zwischen HWMonitor und anderen Monitoring-Programmen liegt in den verwendeten Sensorquellen. Moderne Computer verfügen über zahlreiche Sensoren auf unterschiedlichen Komponenten wie CPU, GPU, Motherboard und anderen Bauteilen. Jeder Hersteller kann dabei unterschiedliche Sensoren einsetzen, die auf verschiedene Messprinzipien basieren. Manche Programme greifen direkt auf die Hardware-Sensoren via DDC, SMBus oder ACPI zu, andere verwenden Hersteller-spezifische Schnittstellen oder kombinieren verschiedene Datenquellen. Deshalb kann es sein, dass HWMonitor andere Sensoren ausliest als beispielsweise SpeedFan oder die Hersteller-Tools wie Intel Extreme Tuning Utility.
Unterschiedliche Methoden zur Temperaturberechnung
Neben der Sensorquelle spielt auch die Berechnung der Temperaturwerte eine Rolle. Manche Prozessoren liefern Rohwerte oder Spannungen, die erst durch eine Kalibrierung oder Umrechnung in Grad Celsius sinnvoll interpretiert werden können. Die Herangehensweise, wie diese Umrechnung erfolgt, kann von Programm zu Programm variieren. Beispielsweise kann HWMonitor direkte Sensorwerte anzeigen, während andere Tools eine von den Chip-Herstellern dokumentierte Offset-Berechnung oder Filteralgorithmen nutzen, um genauere oder geglättete Werte zu liefern. Dadurch können identisch aussehende Werte technisch bedingt von Nutzer zu Nutzer oder Programm zu Programm leicht verschieden dargestellt werden.
Firmware- und Treiber-Unterschiede
Auch Firmware-Versionen der Mainboards und Treiber der Hardware beeinflussen die ausgelesenen Temperaturdaten. Firmware-Updates können Sensoren kalibrieren oder deren Messverfahren ändern. Ebenso können Treiber unterschiedliche Methoden verwenden, um auf die Sensorwerte zuzugreifen. Da HWMonitor und andere Programme nicht immer zu 100% kompatibel mit allen Firmware-Varianten sind, kann es dadurch zu Differenzen bei der Auslesung der Daten kommen. Manche Programme sind auf bestimmte Chips oder Plattformen optimiert und können deshalb präzisere Werte liefern, während andere Programme eventuell allgemeinere Auslesemethoden nutzen, was zu Abweichungen führt.
Polling-Intervall und Aktualisierungsrate
Ein weiterer Faktor sind die Aktualisierungsintervalle, in denen die Programme die Sensorwerte auslesen. HWMonitor und andere Monitoring-Tools haben oft einstellbare Refresh-Raten. Wenn ein Programm beispielsweise die Temperaturwerte alle 1 Sekunde abfragt und ein anderes nur alle 5 Sekunden, können temporäre Temperaturspitzen oder Schwankungen unterschiedlich dargestellt werden. Das wirkt sich vor allem bei schnellen Lastwechseln wie beim Starten von anspruchsvollen Anwendungen aus, sodass die Temperaturanzeigen variieren.
Fazit
Insgesamt beruhen die Unterschiede bei den Temperaturwerten zwischen HWMonitor und anderen Monitoring-Programmen auf einer Kombination aus unterschiedlicher Sensorabfrage, variierenden Berechnungsmethoden, Firmware- und Treiber-Kompatibilitäten sowie unterschiedlichen Updatesfrequenzen. Es ist daher normal, dass nicht alle Programme identische Werte anzeigen. Für eine präzise Analyse sollte man sich auf Programme konzentrieren, die speziell für die eigene Hardware optimiert sind, und mehrere Tools gegebenenfalls miteinander vergleichen, um Durchschnittswerte oder Trends zu erkennen.
