Warum funktioniert die Limitierung in NetLimiter nicht bei VPN-Verbindungen?
- Grundlegendes Verständnis von NetLimiter und VPN-Verbindungen
- Wie beeinflusst die Verschlüsselung des VPN-Tunnels die Limitierung?
- Technische Gründe für das Limitierungsproblem
- Folgen für die Netzwerkkontrolle und Limitierung
- Zusammenfassung
Grundlegendes Verständnis von NetLimiter und VPN-Verbindungen
NetLimiter ist eine Software zur Überwachung und Steuerung des Netzwerkverkehrs auf einem Windows-Rechner. Sie arbeitet meistens auf der Ebene des Betriebssystems und überwacht einzelne Anwendungen oder Netzwerkverbindungen direkt, indem sie deren Datenpakete überprüft und bei Bedarf limitierende Maßnahmen anwendet. Ein VPN (Virtual Private Network) hingegen verschlüsselt den gesamten Netzwerkverkehr des Rechners und tunnelt diesen durch einen externen VPN-Server. Dabei wird der Datenverkehr in einem verschlüsselten Tunnel übertragen, was die Erkennung und Differenzierung einzelner Datenströme durch lokale Programme erschwert.
Wie beeinflusst die Verschlüsselung des VPN-Tunnels die Limitierung?
Wenn eine VPN-Verbindung aktiv ist, verschlüsselt der VPN-Client den gesamten Datenverkehr, bevor er das lokale Netzwerk oder den Internetanbieter erreicht. Das bedeutet, dass für Programme wie NetLimiter der gesamte Datenverkehr für das externe Netzwerk als ein einziger, verschlüsselter Datenstrom erscheint. Die individuellen Datenpakete oder spezifischen Anwendungen innerhalb dieses VPN-Tunnels sind für NetLimiter daher nicht mehr unterscheidbar. Es sieht lediglich den verschlüsselten Tunnelverkehr und nicht die eigentlichen Anwendungen oder Dienste dahinter. Dadurch kann NetLimiter keine präzisen Limits für einzelne Anwendungen oder Dienste setzen, da die Granularität der Daten fehlt.
Technische Gründe für das Limitierungsproblem
NetLimiter setzt oft auf das sogenannte LSP-(Layered Service Provider) oder Filter-Treiber-Modell, um Pakete auf dem Rechner zu analysieren und zu steuern. Diese Filter sitzen oft auf den oberen Schichten des Netzwerkstacks und können unverschlüsselten Verkehr auf Anwendungsebene analysieren. Die VPN-Software hingegen nutzt eigene virtuelle Netzwerkschnittstellen und verschlüsselt den Datenstrom meist auf einer tieferen Ebene, bevor er das Betriebssystem oder andere Anwendungen passiert. Somit wird der Datenverkehr, der aus dem VPN-Treiber kommt, bereits versteckt und NetLimiter kann nicht mehr in die einzelnen Pakete oder Anwendungssignaturen hineinsehen.
Folgen für die Netzwerkkontrolle und Limitierung
Aufgrund der oben beschriebenen Architektur kann NetLimiter zwar den gesamten VPN-Tunnelverkehr an sich registrieren, jedoch nicht die einzelnen daraus resultierenden Anwendungen erkennen oder spezifisch limitieren. Dies führt dazu, dass eine Limitierung auf Anwendungsebene bei aktivem VPN nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. Eventuell kann NetLimiter nur eine globale Geschwindigkeitsbegrenzung für die gesamte VPN-Verbindung setzen, jedoch keine differenzierte Beschränkung, die auf einzelne Programme zugeschnitten ist.
Zusammenfassung
Die Limitierungsfunktion von NetLimiter funktioniert bei VPN-Verbindungen nicht wie gewohnt, weil der gesamte Datenverkehr von VPN-Clients verschlüsselt und über virtuelle Netzwerkschnittstellen getunnelt wird. Diese Verschlüsselung und die daraus resultierende fehlende Einsicht in einzelne Anwendungen machen es NetLimiter unmöglich, den Netzwerkverkehr auf Anwendungsebene zu filtern oder zu limitieren. Somit ist die Beschränkung des Datenflusses auf spezifische Programme während einer VPN-Nutzung technisch stark eingeschränkt oder nicht durchführbar.
