Warum druckt Okular manche PDF-Elemente unscharf oder schlecht lesbar?

Melden
  1. Einleitung
  2. Unterschied zwischen Anzeige und Druck
  3. Einfluss von Schriftarten und Transparenzen
  4. Limitierte Druck-Engine und Rasterung
  5. Workarounds und Empfehlungen
  6. Fazit

Einleitung

Okular ist ein beliebter PDF-Viewer und Dokumentenbetrachter unter Linux und Unix-ähnlichen Systemen. Obwohl Okular viele Funktionen und eine zufriedenstellende Anzeigequalität bietet, berichten Nutzer gelegentlich davon, dass beim Drucken bestimmter PDF-Dateien Elemente unscharf oder schlecht lesbar dargestellt werden. Dieses Phänomen hängt mit dem internen Rendering- und Druckprozess von Okular sowie der Art der PDF-Daten zusammen.

Unterschied zwischen Anzeige und Druck

Okular zeigt PDFs auf dem Bildschirm in einer gerasterten (pixelbasierten) Form an, wobei es Vektorgrafiken und Texte in eine Bitmap für die Darstellung umwandelt. Dies geschieht im Normalfall mit hoher Bildschirmauflösung, die für die Anzeige optimiert ist. Beim Drucken hingegen wird das Dokument in der Regel an den Druckertreiber weitergegeben, der andere Anforderungen an Auflösung und Farbraum hat. Sollte Okular den Druckvorgang als gerastertes Bild und nicht als Vektorgrafik senden, führt dies oft zu Qualitätsverlust, da die Druckaufbereitung nicht mehr mit den originalen Vektorinformationen arbeiten kann, sondern ein verpixeltes oder unscharfes Bild ausdruckt.

Einfluss von Schriftarten und Transparenzen

In manchen PDFs kommen eingebettete oder nicht eingebettete Schriftarten vor, oder spezielle Transparenz- und Transparenzeffekte, die das PDF komplexer machen. Okular muss diese Elemente beim Drucken oft in eine Zwischenstufe umwandeln. Falls die Schriftarten nicht richtig eingebettet sind oder besondere Effekte wie Schlagschatten verwendet werden, übersetzt Okular den Text oder die Grafiken eventuell nicht als klar definierte Vektorobjekte, sondern rastert sie vor dem Druck, was zur Unschärfe führen kann.

Limitierte Druck-Engine und Rasterung

Okular basiert auf unterschiedlichen Rendering-Bibliotheken (häufig Poppler), die zwar die PDF-Seite für die Anzeige abstrahieren und rendern, aber der integrierte Druckmechanismus kann limitiert sein in der Übertragung von Vektordaten an den Drucker. Einige Druckertreiber oder Spoolersysteme akzeptieren nur Bitmapdaten oder wandeln Vektorgrafiken in Bitmaps um. Wenn Okular keine optimale Vektorübermittlung realisieren kann oder wenn der Drucker nicht direkt Vektorinformationen verarbeiten kann, erfolgt eine Rasterung in niedrigerer Auflösung als nötig, was unscharfe Ausdrucke zur Folge hat.

Workarounds und Empfehlungen

Um die Druckqualität zu verbessern, können Anwender versuchen, die PDF-Datei mit einem anderen Programm zu drucken, das eine bessere Vektorunterstützung bietet, etwa Evince oder Adobe Acrobat (unter Windows). Auch das Exportieren der PDF in ein anderes Format oder das Erzeugen einer neuen PDF mit eingebetteten Bitmap-Bildern anstelle von Vektorgrafiken kann helfen. Eine weitere Option ist das Drucken über einen anderen Druckertreiber oder das Speichern der Datei als PostScript und anschließendem Drucken, um die Rasterung zu umgehen. Außerdem sollte sichergestellt werden, dass die verwendeten Schriftarten korrekt eingebettet und keine ungewöhnlichen Transparenzeffekte vorhanden sind.

Fazit

Das unscharfe oder schlecht lesbare Drucken mancher PDF-Elemente in Okular entsteht hauptsächlich durch die Rasterung von Vektor- und Textelementen während des Druckprozesses sowie durch Einschränkungen in der Druck-Engine und im Zusammenspiel mit den Druckertreibern. Obwohl Okular für das Anzeigen von PDFs sehr geeignet ist, sind seine Druckmöglichkeiten manchmal begrenzt, insbesondere bei komplexen Dokumenten mit speziellen Grafikelementen oder nicht eingebetteten Schriften.

0

Kommentare