Warum dauert das Rendern von Bildern in RawTherapee so lange und wie kann ich es beschleunigen?

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  1. Ursachen für lange Renderzeiten in RawTherapee
  2. Wie kann man das Rendern in RawTherapee beschleunigen?

Ursachen für lange Renderzeiten in RawTherapee

RawTherapee ist eine umfangreiche und leistungsfähige Software zur Bearbeitung von RAW-Bildern, die eine Vielzahl von komplexen Algorithmen anwendet, um das Bildmaterial optimal zu entwickeln. Gerade deswegen können die Renderzeiten relativ lang sein. Eine der Hauptursachen dafür ist die Komplexität der Bildverarbeitung. RAW-Dateien enthalten sehr viele Rohdaten vom Sensor, die erst interpretiert, demosaiziert, entzerrt, entrauscht, farblich angepasst und scharfgezeichnet werden müssen. Jeder dieser Schritte erfordert erhebliche Rechenleistung. Außerdem arbeiten viele dieser Berechnungen mit sehr hohen Präzisionsstufen und können Bereiche wie Rauschreduzierung oder Detailschärfung mit aufwändigen Algorithmen verfeinern, was mehr Zeit beansprucht.

Ein weiterer Grund für die lange Renderdauer liegt oft in der Hardware. RawTherapee ist stark CPU-lastig, wobei viele moderne Prozessoren Multithreading unterstützen und besonders profitieren können. Ältere oder schwache Prozessoren oder solche, die nur wenige Kerne besitzen, führen automatisch zu längeren Verarbeitungszeiten. Auch der Arbeitsspeicher spielt eine Rolle, wenn dieser zu knapp bemessen ist, kann das Betriebssystem auf die langsamere Festplatte auslagern, was unnötig verzögert. Ferner kann die Festplatten- oder SSD-Geschwindigkeit beim Laden und Speichern großer RAW-Dateien den Workflow beeinflussen.

Zusätzlich belastet die Voreinstellung der Bildauflösung, eventuelle Hintergrundprozesse in RawTherapee oder gar andere Anwendungen auf dem System die Ressourcen. Wenn beispielsweise eine sehr hohe Auflösung oder mehrere Bilder gleichzeitig im Stapelprozess konvertiert werden sollen, verlängert sich die Zeit signifikant. Auch die gewählten Korrekturen und Filter im Bild, wie starke Rauschreduzierung oder komplizierte Farbprofile, erhöhen den Rechenaufwand erheblich.

Wie kann man das Rendern in RawTherapee beschleunigen?

Um die Renderzeiten in RawTherapee zu reduzieren, gibt es verschiedene Ansätze. Zunächst lohnt es sich, die Hardware zu optimieren. Ein moderner Mehrkernprozessor mit höherer Taktfrequenz kann die Verarbeitung erheblich beschleunigen, da RawTherapee viele Prozesse parallelisieren kann. Erhöht man den Arbeitsspeicher, sorgt das dafür, dass der Prozess möglichst im RAM bleibt und nicht ständig auf die Festplatte zugreifen muss. Eine schnelle SSD anstelle einer herkömmlichen Festplatte verringert außerdem die Wartezeiten beim Dateizugriff.

Auf Softwareebene sollte man die Einstellungen in RawTherapee überprüfen. So bietet die Software Optionen, um die Anzahl der verwendeten Threads oder die RAM-Nutzung festzulegen. Es macht Sinn, die Anzahl der Threads möglichst der Anzahl der echten CPU-Kerne anzupassen, um optimale Parallelität zu erreichen. Ein zu hoher Wert kann hingegen auch zu Instabilitäten oder Überlastung führen.

Ein weiterer Tipp ist, vor dem finalen Rendering die Bildauflösung zu reduzieren, wenn es nicht unbedingt nötig ist, mit voller Auflösung zu arbeiten. Ebenso kann der Einsatz von weniger rechenintensiven Profilen oder das Deaktivieren einzelner sehr zeitintensiver Filter die Geschwindigkeit erhöhen. Beim Stapelverarbeiten hilft es, die Anzahl der gleichzeitig verarbeiteten Bilder zu reduzieren oder die Anzahl der Concurrency-Prozesse zu begrenzen.

Zu guter Letzt kann es sich lohnen, die Grafikkartennutzung in RawTherapee zu prüfen. Obwohl die Software traditionell stark CPU-orientiert ist, existieren experimentelle oder erweiterte Einstellungen für GPU-Beschleunigung für bestimmte Arbeitsbereiche, die unter bestimmten Voraussetzungen die Geschwindigkeit verbessern können. Das Nutzen dieser Optionen erfordert jedoch kompatible Hardware und entsprechende Treiber.

Zusammenfassend hängt die Renderdauer in RawTherapee stark von der Komplexität der Bildbearbeitung, der Leistungsfähigkeit der verwendeten Hardware und den gewählten Einstellungen ab. Mit gezielten Optimierungen insbesondere hinsichtlich Hardware und Parallelisierung lassen sich deutliche Verbesserungen erzielen.

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