Kann man Carbon überlackieren und wie funktioniert das?
- Was bedeutet "Carbon überlackieren"?
- Ist das Überlackieren von Carbon überhaupt möglich?
- Worauf sollte man bei der Vorbereitung achten?
- Wie erfolgt das eigentliche Überlackieren?
- Welche Lackarten eignen sich?
- Gibt es Risiken oder Nachteile?
- Fazit
Carbon, insbesondere in Form von Carbonfaserbauteilen, wird immer beliebter in der Automobil- und Luftfahrtbranche sowie im Radsport. Viele fragen sich, ob es möglich ist, diese Bauteile zu überlackieren, um das Aussehen zu verändern, zu schützen oder zu individualisieren. In diesem Artikel gehen wir ausführlich darauf ein, ob und wie man Carbon überlackieren kann.
Was bedeutet "Carbon überlackieren"?
Carbonfaser-Komponenten verfügen meist über eine transparente Klarlackschicht, die die Struktur sichtbar macht und gleichzeitig das Material vor Umwelteinflüssen schützt. Das Überlackieren bedeutet in diesem Zusammenhang, dass man auf dieser Klarlackschicht eine weitere Farbschicht aufbringt, um die Optik zu verändern oder das Bauteil weiter zu versiegeln.
Ist das Überlackieren von Carbon überhaupt möglich?
Grundsätzlich ist es möglich, Carbonteile zu überlackieren. Voraussetzung dafür ist, dass die Oberfläche ordentlich vorbereitet wird, damit der neue Lack gut haftet. Carbonoberflächen sind oft sehr glatt und glänzend, weshalb sie abgeschliffen oder angerauht werden müssen. Ohne diese Vorbereitung kann die neue Lackschicht nicht dauerhaft haften und wird sich möglicherweise ablösen.
Worauf sollte man bei der Vorbereitung achten?
Die Vorbereitung der Oberfläche ist entscheidend. Zunächst muss der vorhandene Klarlack angeschliffen werden, idealerweise mit feinem Schleifpapier, um eine matte Oberfläche zu schaffen. Zudem sollten alle Verunreinigungen, wie Staub, Fett oder Öl, entfernt werden. Je nach Zustand des Klarlacks kann es erforderlich sein, diesen komplett abzutragen, wenn Risse oder Kratzer vorhanden sind.
Wie erfolgt das eigentliche Überlackieren?
Nachdem die Oberfläche vorbereitet wurde, kann der eigentliche Lackaufbau erfolgen. Es empfiehlt sich, eine Grundierung (Primer) zu verwenden, die für Kunststoffe oder spezielle Carbonoberflächen geeignet ist, um die Haftung zu verbessern. Anschließend wird der Farblack aufgetragen, gefolgt von einer neuen Klarlackschicht, um den Lack zu versiegeln und langlebig zu machen.
Welche Lackarten eignen sich?
Für das Überlackieren von Carbon eigenen sich Acryllacke oder 2-Komponenten-Lacke (2K-Lacke), da diese eine hohe Widerstandsfähigkeit und gute Haftung bieten. Spezielle Kunstharzlacke können ebenfalls verwendet werden, besonders wenn eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse gefordert ist.
Gibt es Risiken oder Nachteile?
Beim Überlackieren kann die typische Carbonoptik verloren gehen, da sie durch eine deckende Farbschicht verdeckt wird. Es besteht zudem immer die Gefahr, dass die Lackierung nicht perfekt haftet, wenn die Vorbereitung nicht sorgfältig erfolgt. Außerdem erhöht sich durch zusätzliche Lackschichten das Gewicht des Bauteils minimal. Bei hochbelasteten Bauteilen muss auch auf die Flexibilität des Lacks geachtet werden, damit keine Risse entstehen.
Fazit
Das Überlackieren von Carbonbauteilen ist durchaus möglich und oft auch sinnvoll, wenn man das Design verändern oder das Bauteil schützen möchte. Wichtig ist eine sorgfältige Vorbereitung der Oberfläche und die Wahl geeigneter Lackmaterialien. Wer selbst lackieren möchte, sollte Erfahrung mit Lackierarbeiten haben oder professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
