Kann ich in KeePass Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) integrieren?
- Grundlegende Sicherheitsmechanismen von KeePass
- Direkte Integration von MFA in KeePass
- Workarounds und mögliche Lösungen
- Zusammenfassung
KeePass ist ein beliebter Open-Source-Passwortmanager, der vor allem für seine Sicherheit und Einfachheit geschätzt wird. Standardmäßig schützt KeePass die Passwortdatenbank mit einem Master-Passwort oder alternativ mit einer Schlüsseldatei. Die Frage, ob sich Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) direkt in KeePass integrieren lässt, beschäftigt viele Nutzer, die ihre Sicherheit noch weiter erhöhen möchten.
Grundlegende Sicherheitsmechanismen von KeePass
KeePass selbst basiert auf dem Prinzip, dass nur die korrekte Kombination aus Master-Passwort und ggf. einer Schlüsseldatei den Zugriff auf die verschlüsselte Datenbank ermöglicht. Diese Kombination stellt bereits eine Art Zwei-Faktor-Schutz dar, wenn man beispielweise ein Master-Passwort zusammen mit einer Schlüsseldatei verwendet. Allerdings wird dies häufig nicht als klassische Multi-Faktor-Authentifizierung im Sinne von etwas, das man weiß (Passwort) und etwas, das man besitzt (z.B. Handy, Token) gesehen.
Direkte Integration von MFA in KeePass
KeePass unterstützt nativ keine Multi-Faktor-Authentifizierung im Sinne von zeitbasierten Einmalpasswörtern (TOTP) oder Push-Benachrichtigungen, wie sie von spezialisierten MFA-Apps oder Diensten angeboten werden. Es gibt keine eingebaute Möglichkeit, zur Anmeldung zusätzlich beispielsweise einen Google Authenticator-Code abzufragen. Das liegt auch teilweise daran, dass KeePass als Offline-Anwendung konstruiert ist und keine permanente Verbindung zu einem Authentifizierungsserver benötigt oder erlaubt.
Workarounds und mögliche Lösungen
Trotz der fehlenden nativen Unterstützung gibt es Wege, eine Art Multi-Faktor-Schutz mit KeePass umzusetzen. Eine Möglichkeit besteht darin, zusätzlich zur Master-Passwort-Abfrage eine Schlüsseldatei zu verwenden, die auf einem externen Medium gespeichert wird – etwa einem USB-Stick. Damit benötigt man sowohl das Passwort als auch den physischen Schlüssel, um Zugang zur Datenbank zu erhalten, was einer Zwei-Faktor-Authentifizierung nahekommt.
Für Nutzer, die echten zeitbasierten MFA-Schutz verlangen, existieren Plugins und Erweiterungen für KeePass, die TOTP generieren oder an externe TOTP-Provider anbinden können. Diese Plugins dienen jedoch in der Regel nicht dazu, den Zugang zur Datenbank selbst zu schützen, sondern ermöglichen das Speichern und Verwalten von MFA-Codes innerhalb von KeePass. Somit verbessern sie die Verwaltung von MFA-Codes, ersetzen aber nicht die Authentifizierung der KeePass-Datenbank.
Wenn ein umfassender MFA-Schutz für den Zugriff auf die Datenbank gewünscht ist, kann man auch auf Betriebssystemfunktionen oder Drittlösungen zurückgreifen. Beispielsweise unterstützen manche Betriebssysteme die Verwendung von Smartcards oder sicheren Hardwaremodulen (wie YubiKey), welche für die Entsperrung von passwortgeschützten Dateien genutzt werden können. KeePass kann über eine Schlüsseldatei auch einen YubiKey als physikalischen Sicherheitsschlüssel verwenden, indem die Schlüsseldatei auf diesem gespeichert wird. Diese Methode erhöht den Schutz erheblich, ist aber technisch gesehen immer noch nicht genau MFA im klassischen Sinn, da nur eine einzige Kombination zum Öffnen genutzt wird.
Zusammenfassung
Während KeePass keine native Multi-Faktor-Authentifizierung bietet, lassen sich durch die Kombination von Master-Passwort und Schlüsseldatei bereits Zwei-Faktor-Prinzipien umsetzen. Erweiterungen und Plugins ermöglichen das Verwalten von MFA-Codes innerhalb von KeePass, ersetzen jedoch nicht den Schutz der Datenbank selbst. Für einen echten MFA-Zugang zur KeePass-Datenbank sind externe Hardwarelösungen oder Betriebssystem-basierte Mechanismen notwendig, die mit KeePass kombiniert werden können. Nutzer, die besonderen Wert auf MFA legen, sollten daher prüfen, welche Kombination aus Passwort, Schlüsseldatei und ggf. Hardwaretoken für ihre Sicherheitsanforderungen am besten geeignet ist.
