Ist eine rückwirkende Krankschreibung bei einer Teleclinic möglich?
- Grundlagen der Krankschreibung bei Teleclinic
- Regelungen zur rückwirkenden Krankschreibung
- Faktoren, die eine rückwirkende Krankschreibung beeinflussen
- Fazit zur rückwirkenden Krankschreibung durch Teleclinic
Die Möglichkeit einer rückwirkenden Krankschreibung bei einer Teleclinic beschäftigt viele Patienten, die aufgrund gesundheitlicher Beschwerden schnell eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung benötigen. Doch wie verhält es sich eigentlich mit der Ausstellung von Krankmeldungen durch digitale Arztbesuche und wie flexibel sind die Ärzte bei einer rückwirkenden Diagnose?
Grundlagen der Krankschreibung bei Teleclinic
Teleclinics und ähnliche Online-Arztpraxen bieten eine moderne Möglichkeit, ärztliche Konsultationen digital durchzuführen, ohne persönlich in einer Praxis erscheinen zu müssen. Dabei können Patienten symptombezogen beratend betreut werden, Diagnosen gestellt und auch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU-Bescheinigungen) ausgestellt werden. Diese sind für den Arbeitgeber und die Krankenkasse gültig, sofern sie von einem zugelassenen Arzt ausgestellt wurden.
Regelungen zur rückwirkenden Krankschreibung
In der Regel wird eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für den Zeitraum ab der Konsultation ausgestellt. Das bedeutet, der Arzt dokumentiert den Zeitpunkt der Untersuchung als Beginn der Krankschreibung. Eine rückwirkende Krankschreibung, also die Ausstellung eines Attests, das für Tage vor der Konsultation gilt, ist eher selten und an bestimmte Bedingungen gebunden.
Einige Teleclinics bieten die Möglichkeit, eine Krankschreibung auch rückwirkend auszustellen, wenn die Beschwerden bereits vor dem digitalen Arztbesuch bestanden und plausibel dargelegt werden. Dabei muss der Arzt die Angaben der Patientin oder des Patienten sorgfältig prüfen und überzeugt sein, dass die Arbeitsunfähigkeit bereits vor der Konsultation vorlag. Meist handelt es sich hierbei um kurze Zeiträume von wenigen Tagen.
Faktoren, die eine rückwirkende Krankschreibung beeinflussen
Ob eine Teleclinic einen rückwirkenden Krankschreibungszeitraum genehmigt, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind die Symptomschilderung, vorhandene vorherige Befunde sowie die Einschätzung des Arztes. Bei eindeutigen und nachvollziehbaren Erkrankungen, wie einem plötzlich aufgetretenen grippalen Infekt, ist eine rückwirkende Krankschreibung eher möglich. Bei chronischen oder komplexen Krankheitsbildern werden zusätzliche Untersuchungen oder eine persönliche Vorstellung in einer Praxis notwendig, sodass eine Rückdatierung meist ausgeschlossen ist.
Darüber hinaus sind gesetzliche Vorgaben zu beachten. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung darf nicht willkürlich rückwirkend ausgestellt werden, da sie wichtige rechtliche Funktionen erfüllt. Eine Missachtung dieser Vorschriften kann sowohl für den Arzt als auch für den Patienten Probleme mit der Krankenkasse oder dem Arbeitgeber nach sich ziehen.
Fazit zur rückwirkenden Krankschreibung durch Teleclinic
Eine rückwirkende Krankschreibung über Teleclinic ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich, jedoch nicht die Regel. Digitale Ärztedienste sind bestrebt, den Patienten zeitnah und unkompliziert zu helfen, jedoch stets im Rahmen der rechtlichen und medizinischen Vorgaben. Patienten sollten ihre Beschwerden daher möglichst direkt bei Symptombeginn digital abklären lassen, um eine angemessene und rechtlich sichere Krankschreibung zu erhalten. Bei Unsicherheiten lohnt sich immer ein direktes Gespräch mit dem Service der Teleclinic oder eine persönliche Vorstellung bei einem niedergelassenen Arzt.
