Wie wendet man Desinfektionsspray korrekt an?

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Die korrekte Anwendung von Desinfektionsspray hängt davon ab, was Sie desinfizieren möchten: Oberflächen, Hände oder Wunden. Da die meisten Menschen bei „Spray“ an die Reinigung von Gegenständen denken, liegt hier der Schwerpunkt.

Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die verschiedenen Bereiche:


1. Desinfektion von Oberflächen (Tische, Türklinken, Handys)

Viele machen den Fehler, das Spray aufzusprühen und sofort wieder abzuwischen. Damit ist die Wirkung oft gleich null.

  • Vorreinigung: Wenn die Oberfläche sichtbar schmutzig oder staubig ist, reinigen Sie diese zuerst mit einem normalen Reinigungsmittel und Wasser. Schmutzschichten können Keime „schützen“.
  • Sprühabstand: Halten Sie die Flasche etwa 20 bis 30 cm von der Oberfläche entfernt.
  • Vollständige Benetzung: Sprühen Sie so viel, dass die gesamte Fläche mit einem gleichmäßigen Film bedeckt ist. Die Fläche muss richtig nass glänzen.
  • Einwirkzeit beachten (Wichtigster Punkt!): Schauen Sie auf das Etikett. Jedes Desinfektionsmittel braucht eine gewisse Zeit (meistens 30 Sekunden bis 5 Minuten), um Bakterien und Viren abzutöten.
  • Trocknen lassen vs. Wischen:
    • Im Idealfall lassen Sie das Mittel an der Luft trocknen.
    • Müssen Sie nachwischen, tun Sie dies erst nach Ablauf der Einwirkzeit mit einem sauberen Einmaltuch.
  • Materialverträglichkeit: Testen Sie das Spray an einer unauffälligen Stelle (besonders bei empfindlichen Oberflächen wie Acrylglas, Leder oder Displays), da Alkohol Oberflächen stumpf machen kann.

2. Desinfektion der Hände (Händedesinfektionsspray)

Sprays für die Hände sind praktisch, müssen aber gründlich verteilt werden.

  • Hände müssen trocken sein: Benutzen Sie das Spray nicht auf nassen Händen, da dies das Mittel verdünnt und die Wirkung herabsetzt.
  • Menge: Sprühen Sie genug in die hohle Handfläche, sodass die Hände beim Verreiben für mindestens 30 Sekunden feucht bleiben.
  • Technik: Verreiben Sie das Mittel gründlich:
    1. Handflächen aneinander.
    2. Handrücken.
    3. Fingerzwischenräume.
    4. Fingerspitzen und Nagelfalze.
    5. Daumen.
  • Nicht abtrocknen: Lassen Sie das Mittel vollständig in die Haut einziehen.

3. Desinfektion von Wunden (Wundspray)

Hier dürfen Sie nur spezielle, schmerzfreie Wundsprays (z. B. mit Octenidin oder Povidon-Jod) verwenden, kein Flächendesinfektionsmittel!

  • Sprühen: Sprühen Sie die Wunde aus kurzer Entfernung (ca. 10 cm) direkt ein.
  • Einwirken: Lassen Sie das Mittel mindestens 1 bis 2 Minuten einwirken, bevor Sie ein Pflaster oder einen Verband anlegen.
  • Nicht ausspülen: Das Spray verbleibt auf der Wunde.

Wichtige Sicherheitshinweise

  1. Nicht einatmen: Sprühen Sie nicht in die Luft, um eine „Wolke“ zu erzeugen. Atmen Sie den Sprühnebel nicht ein (Reizung der Atemwege).
  2. Lüften: Verwenden Sie Sprays in geschlossenen Räumen nur sparsam oder lüften Sie danach gut.
  3. Brandschutz: Desinfektionssprays enthalten oft viel Alkohol. Sie sind leicht entzündlich. Sprühen Sie niemals in der Nähe von offenen Flammen, brennenden Zigaretten oder eingeschalteten Elektrogeräten.
  4. Haltbarkeit: Achten Sie auf das Verfallsdatum. Nach Ablauf der Haltbarkeit ist die Keimtötung nicht mehr garantiert.

Zusammenfassend: Das Geheimnis einer guten Desinfektion ist nicht das Sprühen selbst, sondern die Nässe und die Geduld (Einwirkzeit).