Was ist aus Pablo Escobar geworden?

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Pablo Escobar, der einst mächtigste und berüchtigtste Drogenbaron der Welt, kam am 2. Dezember 1993 ums Leben. Sein Ende war das Ergebnis einer der größten Menschenjagden der Geschichte.

Hier ist der Ablauf dessen, was mit ihm geschah:

1. Die Flucht aus "La Catedral"

Nachdem Escobar jahrelang Terror in Kolumbien verbreitet hatte, handelte er 1991 einen Deal mit der Regierung aus: Er ging in ein selbst gebautes Luxusgefängnis namens „La Catedral“. Als die Regierung ihn 1992 in ein echtes Militärgefängnis verlegen wollte, floh er und tauchte unter.

2. Die Jagd

In den folgenden 16 Monaten wurde Escobar von zwei Gruppen massiv gejagt:

  • Search Bloc (Bloque de Búsqueda): Eine von den USA (CIA und DEA) unterstützte Spezialeinheit der kolumbianischen Polizei.
  • Los Pepes: Eine rechtsgerichtete Bürgerwehr aus Escobars Feinden und rivalisierenden Kartellmitgliedern, die mit brutaler Gewalt gegen sein Umfeld vorgingen.

3. Der Tod am 2. Dezember 1993

Einen Tag nach seinem 44. Geburtstag wurde Escobar in einem Mittelklasseviertel in seiner Heimatstadt Medellín lokalisiert. Er hatte zu lange mit seinem Sohn telefoniert, was es den Behörden ermöglichte, sein Signal zu orten.

Als die Spezialeinheit das Haus stürmte, versuchten Escobar und sein Bodyguard „El Limón“ über die Dächer der Nachbarhäuser zu fliehen. Es kam zu einer Schießerei, bei der Escobar von drei Kugeln getroffen wurde (ins Bein, in den Torso und eine tödliche Kugel ins Ohr).

4. Kontroverse um seinen Tod

Es gibt bis heute Spekulationen darüber, wer den tödlichen Schuss abgegeben hat:

  • Offizielle Version: Die kolumbianische Polizei erschoss ihn während der Flucht.
  • Suizid-Theorie: Seine Familie (insbesondere sein Sohn Sebastian Marroquín) ist fest davon überzeugt, dass Escobar sich selbst erschossen hat, um einer Auslieferung in die USA zu entgehen. Sein Motto war stets: „Lieber ein Grab in Kolumbien als eine Zelle in den USA.“ Die tödliche Wunde am Ohr stützt diese Theorie in den Augen vieler Anhänger.

5. Was geschah danach?

  • Das Kartell: Mit Escobars Tod brach das Medellín-Kartell endgültig zusammen. Das rivalisierende Cali-Kartell übernahm für kurze Zeit die Vorherrschaft, bis auch dessen Anführer verhaftet wurden.
  • Seine Familie: Seine Frau Maria Victoria Henao und seine beiden Kinder (Juan Pablo und Manuela) flohen nach mehreren Absagen anderer Länder schließlich nach Argentinien, wo sie unter neuen Identitäten lebten.
  • Sein Erbe: Escobar hinterließ ein gespaltenes Land. Während viele ihn als grausamen Terroristen sehen, der für tausende Morde verantwortlich war, verehren ihn einige der ärmsten Bewohner Medellíns bis heute als eine Art „Robin Hood“, da er Häuser, Kirchen und Fußballplätze für sie gebaut hatte.

Sein ehemaliges prunkvolles Anwesen, die Hacienda Nápoles, ist heute ein Freizeitpark. Ein kurioses Überbleibsel sind die „Kokain-Flusspferde“ – Nachfahren der Tiere aus Escobars privatem Zoo, die sich in den kolumbianischen Flüssen unkontrolliert vermehrt haben und heute ein Umweltproblem darstellen.